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Sonntag, 2. März 2014

Distemper

Distemper sind eine russische Ska-Punk Band. Und, ich dachte mir, dass ihnen deutlich mehr Bekanntheit und Aufmerksamkeit zustehen sollten.
Zum einen, weil ein Großteil meiner deutschsprachigen Filterbubble (mit einigen Ausnahmen ^^) kein Russisch sprechen. Zum anderen, weil eins mit der russischen Gesellschaft und mit russischer Musik wohl in erster Linie kaum so Konzepte wie Toleranz, Menschenrechte und Antifaschismus verbinden würde.

Freitag, 17. Januar 2014

Jenseits der Zen-Schallmauer

Manchmal kann ich über meinen elitär-antikonformistisch-ironischen Schatten springen und höre dann doch sentimentale Musik, die einfach schön ist.
Stell dir vor, du wärst wieder allein unter Leuten
Sängst traurige Lieder vom Sein und Bedeuten
Vom Schreien und Sich-Häuten
Vom Wollen und Nicht-Kriegen
Von Kriegen und Frieden
Vom Niemals-Zufrieden-Sein

Und plötzlich ein Schlag und du kriechst auf allen Vieren
Und deine Stimme in deinem Ohr sagt, du sollst nicht lamentieren
Sie sagte:

Schluss mit den Faxen und Schluss mit dem Greinen
Mit einem Tritt in die Haxen und einem Kuss, der zum Weinen wär
Hielt er dich fest und auch wenn du dich wehrtest
Wenn du dir nicht glauben kannst, dass du es wert bist

Alles ist alles ist alles
Dir ist alles erlaubt und alles gegeben
Alles geglaubt und alles vergeben
Und alles wär drin und alles daneben
Es wär alles getan und alles vergebens
Und gut
"Alles", Wir sind Helden

Dienstag, 27. August 2013

Malina

Malina ist
  • ein Name (eine kurze Internetrecherche* ergab, dass er entweder Hebräischen oder Rumänischen Ursprungs ist). Der den meisten deutschsprachigen Menschen (meine Wenigkeit eingeschlossen) wie ein Frauenname vorkommt, jedoch ein Männername ist. Was mich zur Beobachtung führt, dass zumindest im westeuropäischen Kulturraum nahezu alle Namen, die auf "a" enden, eindeutig weiblich konnotiert sind. Interessant...
  • der russische Begriff für "Himbeere", was mich doch immer stutzen und zugleich schmunzeln lässt, wenn ich dem Wort als Namen begegne
  • ein großartiger Roman von Ingeborg Bachmann, der auch ebenfalls großartig verfilmt wurde
  • ein wunderbares Lied der viel zu unbekannten Goth-Rock Band "Pretentios Moi?"

Donnerstag, 1. August 2013

Soundtrack

A.Ura und das Schnecken.Haus rauf und runter zu hören ist kein gutes Zeichen.

Vor allem nicht, wenn sich das schon über Wochen, wenn nicht Monate zieht.

"All das Unrecht beging ich,
Um, einsam und allein,
Zum Schluß mit meinem größten Feind,
Mit mir selbst konfrontiert zu sein."

Samstag, 27. April 2013

Katharsis

Kunst muss einfach weh tun.
Und gut ist sie, wenn der Schmerz bei der zweiten, dritten, zehnten Rezeption nicht nachlässt.

Montag, 8. April 2013

Underneath the veil

Zynismus ist ein zweischneidiges Schwert.
Er zerschlägt die Lächerlichkeit der eigenen Empfindungen, aber er verbrennt auch den Ansatzpunkt für die zwischenmenschliche Menschlichkeit.

Und nächtlicher Frühlingsregen auf der durchnässten Kapuze hört sich... tröstlich an.

Freitag, 29. März 2013

Over and over and over. Again.

Es gibt einen nur einen feinen Grat und dennoch einen riesigen Unterschied zwischen Unendlichkeit und Zeitlosigkeit.

Und dieser Unterschied ist ähnlich zu dem, zwischen gleichförmiger Monotonie und trance-artiger Wiederholung.

An dieser Stelle eine musikalische Entdeckung, die ich weiterempfehlen möchte:


Sonntag, 7. Oktober 2012

Soundtrack

Dank der tollen-tollen Goth-Rock Band Rhombus habe ich Musik, die mich gut begleitet.
So true...

Samstag, 14. Juli 2012

Culteum

Jetzt wohne ich bald schon vier Jahre hier in der Region und war noch kein einziges Mal in Karlsruhe bei einer schwarzen Tanzveranstaltung. Das soll sich heute Abend ändern.

Sonntag, 17. Juni 2012

Seelenwinter

Winter, so unsagbar Winter.
Danke an Adversus fürs Worte-Geben.

Radio

Ich verstehe ja, Musik hält wach. Und lässt die Zeit schneller vergehen.
Wenn es denn gute ist.

Schlechte Musik um zwei Uhr nachts grenzt schon hart an psychische Folter. Die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Und mein Aggressionspotenzial steigt mit jedem Lied. Die Moderatoren mit ihren pseudo-witzigen Beiträgen geben mir noch den letzten Rest.
Nein, es interessiert mich kein bisschen, dass Lambada 1989 noch als sehr schmutziger Tanz galt! Ich weiß nur, dass mir diese Melodie zum Hals heraushängt.

Lang leben die Raucherpausen und der mp3-Player!

Mittwoch, 6. Juni 2012

Welt-Grufti-Treffen

Ich nutze mal die Tatsache, dass sich mein Nachtdienst ruhig gestaltet(*touch wood*), und erzähle vom WGT. Weil es vieles zu erzählen gibt, mache ich es in semi-stichpunktartiger Form.

Bands
Einerseits gab es die, die ich schon vor dem WGT kannte, auf die ich mich wie ein kleines Kind gefreut hatte und die meine Vorfreude auch nicht im Geringsten enttäuscht haben. Diese wären:
  • Henke (sprachlich und in der Bühnenpräsenz unheimlich intensiv)
  • Fliehende Stürme (wunderbar ungesprächig ^^)
  • Adversus (die wunderbar ernste Musik machten, sich selbst aber nicht zu ernst nahmen - und Rosendorn auch den Raum ließen, Kurzgeschichten-Exzerpte vorzutragen)
  • Heppner (ja, etwas sentimentale Musik, aber ich stehe dazu)
  • Arkona (fallen hier etwas aus der Reihe, sind aber (v.a. die Sängerin) abgegangen und haben das Publikum mit dieser Energie angesteckt)
Andererseits - und das ist das Tolle am WGT und auch am Konzept des Pfingstbotens (das Programmheft, äh -buch, wo es zu jeder Band auch eine Beschreibung gibt) - habe ich auch dieses Jahr ein paar Bands für mich entdecken können, die ich vorher entweder nicht kannte (weil sie recht klein und unbekannt sind) oder für die ich mich bisher nicht interessiert hatte. Dazu zählen:
  • Traumtänzer (angenehme Musik, auch wenn die Texte teilweise recht unoriginell ausfallen)
  • Rhombus (toller Goth Rock aus England - sehr zu empfehlen!)
  • Genetiks (eine Mischung aus Wave und Hardcore, machten sich als "Vorband" zu den Fliehenden Stürmen sehr gut)
  • The House of Usher (wieder einmal Goth Rock, aber melancholischer als Rhombus oder auch Sisters of Mercy; höre mich gerade durch die Diskographie)
  • Qntal (die ich bisher komplett unterschätzt hatte; kamen im Centraltheater wunderschön zur Geltung)
Aber das WGT wäre nicht das WGT (sondern ein generisches Festival), gäbe es nur Konzerte und kein
Rahmenprogramm
Da gibt es als Höhepunkte zu nennen:
  •  Ausstellung zweier Künstler im Werk II - der eine Graphiker, mit sehr symbolträchtigen Bildern im Graphic novel-Stil, der andere stellte zahlreiche stark ins Bizarre gehende Plastiken aus Metall in allen denkbaren Formen aus
  • Ausstellung von Stasi-Unterlagen zur Grufti-Szene in der DDR (allein wegen der Schreibweisen: "Gruftys", "Krufties" und "Goortiks" (sic!) sehenswert), wo auch ausschnittsweise der auch ansonsten sehr sehenswerte Defa-Film "Unsere Kinder" gezeigt wurde
  • Stummfilm "Berlin - Sinfonie einer Großstadt", der in Bildgewalt und dem Arbeiten mit Symbolik die meisten heutigen Filme übertrifft, stilecht mit musikalischer Untermalung
  • Vortrag "Genderrollen und Ästhetik in der Heavy Metal Szene" mit anschließender Diskussion. Der Vortrag war spannend, die Diskussionsbeiträge gingen in ihrer Qualität von "oh, eine interessante Sichtweise, muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen" zu "nicht im Ernst, oder?" (Stichwort: "als Frau will man ja einen männlichen Mann, also einen, der eine Waschmaschine reparieren kann")
  • und natürlich: Benecke, der mal wieder durch seine quirlig-ADHSige Art einfach grandios war und nebst dem Darstellen eines wirklich spannenden Kriminalfalls noch Exkurse zu Themen wie "Gerechtigkeitsglaube" hinlegte
Ansonsten - was auch zu jedem Festival dazugehört - Zeltplatz-Rumhängen, Rumalbern (z.B. die Texte aus billigen Tittenheften vorlesen: "die gelbe Frucht ist echt eine Wucht"), Grillen, gute Gespräche führen.

Kam auch dementsprechend so erholt und mit so vielen Schreibideen nach Heidelberg zurück. Und wurde etwas sehr vom Alltagstrott überfahren.

Dienstag, 8. Mai 2012

Support your (local) artist

"Euch geht es doch nur darum, alles kostenlos im Internet zu schnorren!"

Montag, 27. Februar 2012

Thematische Vielfalt. Oder nicht?

Es gibt eine Sache, die nervt mich schon seit... seit dem Alter, wo ich aufgehört habe, die typischen Kinder- und Jugendbücher zu lesen, und angefangen habe, mich in der großen, weiten Welt der Weltliteratur (oder, wie ich es da wohl gesagt hätte, der "Erwachsenenliteratur") umzusehen.

Ein irrsinnig großer Anteil handelt von Liebe und Beziehungskisten. In erster Linie sogar nur von Beziehungskisten. Verzeiht mir die flapsige Wotwahl, aber anders kann ich den so ausgelutschten Plot von "schlauer Professor Mitte 40 hat eine Frau (auch Mitte 40), mit der er lange verheiratet ist, und zwei Kinder, verliebt sich aber in junge Studentin/Sekretärin/Kellnerin, fäng eine Affäre an, hin- und hergerissen, wagt zum Schluss doch den Sprung in die vermeintliche/angebliche Freiheit" nicht beschreiben.

Ich will es ja nicht leugnen, der Themenkomplex  von Liebe und Partnerschaft spielt im Leben der meisten, wenn nicht sogar aller Menschen eine große Rolle. Aber einerseits, so tut das Essen, die Körperhygiene und der Schlaf. Dennoch gibt es vergleichbar wenige literarische Werke, die sich in akribischem Detail der Nahrungszubereitung und -aufnahme widmen, kaum Oden an das Duschen und unter "Bettgeschichten" versteht man auch nicht gerade die verzweifelten Versuche eines Bankangestellten einzuschlafen.

Andererseits - nur weil es eine große Rolle spielt, heißt es nicht, dass es keine weiteren Themen und Emotionen gibt, die den Menschen bewegen.
Und ja, mir ist klar, dass künstlerische Schaffenskrisen oder die Stolpersteine des Politik-Machens Fragen sind, die bei weitem nicht alle Menschen betreffen und zu denen also auch nur wenige Zugang haben. Aber wie sieht es mit so Sachen, wie dem Ablösungskonflikt von den Eltern oder der Angst vor dem Älter-Werden aus? Die ewige "wer bin ich?" Frage?

Stattdessen, wohin man schaut: Filme, Songtexte, Lyrik, Romane, die alle von unerwiderter Liebe oder Treueschwüren oder Beziehungsporträts handeln.
Es nervt.

Sonntag, 26. Februar 2012

Tanzveranstaltungen der dunklen Art

Gestern war ich seit langer Zeit mal wieder tanzen. Im "Schwarzen Schwimmbad", der Heidelberger einmal monatlich stattfindenden Grufti-Disko.
Ich war den ganzen Tag über schon neben der Spur und affektiv nicht auf der Höhe, habe mich aber trotzdem brav auf die StopACTA-Demo geschleppt (für alle, die sich ob meines Gesichtsausdrucks gewundert haben, jetzt kennt ihr den Grund). Und war danach noch weniger in Party-Laune.

Da ich aber die anderen nicht hängen lassen konnte, bin ich trotzdem mit. Und dann geschah der eigentliche Punkt, der mich dazu bewegt hat diesen Post zu schreiben.

Dienstag, 14. Februar 2012

Musikempfinden

Wenn einen Musik, die man schon vor 3,5 Jahren ergreifend fand, immer noch zu bewegen vermag, macht man dann eine Regression durch? Oder ist das Lied einfach nur toll?

Donnerstag, 8. April 2010

Seelischer Masochismus

Willkommen bei Xenias neuen Notizen aus der Tierwelt, heute - ein neuer Beitrag in unserer Serie "Seltsame Verhaltensweisen des homo sapiens".

Gibt man einer Ratte Zuckerstückchen, die mit Brechmittel getränkt ist, so wird sie schon sehr bald eine Aversion gegen Zucker in allen seinen mannigfaltigen Formen entwickeln und die Zuckerstückchen schön in Ruhe lassen.

Der Mensch gilt auch als lernfähiges Wesen mit einem guten Gedächtnis und einem Selbsterhaltungstrieb. Wieso gibt es dann immer wieder Individuen, die mehrmals zu denselben Kunstwerken - oft auch in hoher Dosierung - greifen (oder um die Aussage zu konkretisieren: bestimmte Lider hören oder Gedichte lesen), obwohl sie aus Erfahrung ganz genau wissen, dass sie bei ihnen eine Zustand tiefster Trauer oder Verzweiflung auslösen.

Die für mich plausibelste, wenn auch etwas absurde, Erklärung ist, dass es sich hierbei um eine Art "seelischen Masochismus" handelt, eine Art perversen Zufriedenheitsgewinn aus seelischen Qualen, ein Genießen des eigenen Zustands, wenn man sich am liebsten den Brustkorb aufreißen würde, um die dort scheinbar gefesselten Gefühle zu befreien (die vermutlich wegen Überbevölkerung das Gehirn (genauer die Amygdala), wo sie enstanden sind - Gruß aus dem Neuro-Semester - verlassen haben).

So viel zu diesem Phänomen, bis zur nächsten Folge unserer Serie.
[now listening to: Mantus - Diese Welt ist seelenlos]

Dienstag, 27. Oktober 2009

Grippe - und "was in letzter Zeit los war"

Nachdem sie lange in meinem Bekanntenkreis rumgeisterte, hat sie auch mich erwischt - die fiese Herbst-Grippe. Jetzt kämpft mein Immunsystem ganz fleißig (wie schön, dass ich in den ganzen Vorlesungen mitbekommen hab, was meine kleinen lustigen Leukozyten jetzt alles anstellen) und ich lieg (bzw. sitz) mit Fieber im Bett.
Aber so ne Grippe hat auch ihre Vorteile. Und nicht nur das Vorlesung-schwänzen, sondern auch, dass ich dazu komme, das was ich in letzter Zeit getrieben hab für wen auch immer gelangweilt genug ist meinen Blog zu lesen festzuhalten.

Am Samstag war die Nachttanz-Demo für ein Autonomes Zentrum in Heidelberg. Mika und ich waren eigentlich in der Altstadt, um Tee einzukaufen, aber eine Demo lässt man sich doch nicht entgehen. Dann wurde ich spontan zur Ordnerin ernannt und hatte die Aufgabe das Hinterrad des Demo-Wagens vor möglichen Überfällen zu schützen. Immerhin hab ich ein paar Leute aus der Heidelberger Aktivismus-Szene kennengelernt, was schon lange mein Ziel war. Die Frage hat mich sowieso lange und ausgiebig beschäftigt: wie wird man zum Teil einer Szene, egal ob Antifa- oder Goth-Szene. Man geht auf Demos bzw. Konzerte, aber man ist dann nur mit wem-auch-immer da, und die anderen kennen sich ja alle schon untereinander...

Und mit dem Stichwort "Goth" wären wir bei meinem zweiten Bericht: das ASP-Konzert am Montag. Ich kann nur sagen, es war göttlich.
Für alle, die mit ASP nix anfangen können, erklär ich mal: ASPs Musik hat 3 wichtige Ingredientien: langsame Passagen, mit Texten, die unter die Haut gehen und dort Gänsehaut machen; fetzige Refrains, wo man mitgröhlen kann und sich damit von der Seele schreinen, was dort schon lange liegt; und Bridges, die eher im Elektro-Stil sind, zu denen man einfach herrlich abtanzen kann.