Das Gute daran, bei den Eltern zu Besuch zu sein, ist, dass man dann weiß, dass man wenigstens eine gute Entscheidung in seinem Leben getroffen hat - auszuziehen.
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Donnerstag, 24. Januar 2013
Mittwoch, 23. Januar 2013
Moskau
Moskau ist für mich: in einem ruhigen Hinterhof stehen, der wie ein Paralleluniversum zu der Hektik der Großstadt wirkt, und zuschauen, wie Menschen Schnee von den verwinkelten Dächern der großen (mit 5-6 separaten Eingängen versehenen) 5-stöckigen Häuser runterschippen.
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Ex nihilo nihil fit
Es gibt wohl keine unangenehmere Begegnung, als die zweier Menschen, die sich nichts (mehr) zu sagen haben.
Es gibt wohl keine schmezhaftere Erfahrung, als das Gefühl, grundsätzlich nichts (von Belang) zu sagen zu haben.
Es gibt wohl keine schmezhaftere Erfahrung, als das Gefühl, grundsätzlich nichts (von Belang) zu sagen zu haben.
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Sonntag, 20. Januar 2013
#KeinFußBreit
Dies ist weniger ein Post mit Inhalt, als eine Bitte, die Kommentarfunktion für eine Diskussion zu nutzen und mir evtl. ein paar nützliche Ratschläge zu geben.
Und zwar geht es mir um die Frage: "Wie geht man damit um, wenn enge Familienmitglieder (z.B. die Eltern) offensichtlich und z.T. auch extrem rassistische Positionen vertreten?"
Dass die Eltern - oder auch grundsätzlich andere Menschen, mit denen man zu tun hat - in vielen Fragestellung eine andere Meinung als man selbst haben, ist ja unvermeidbar. Finde ich persönlich auch gut und eine Bereicherung der Kommunikation. Aber wenn man überzeugter Anhänger der Position der Universalität der Menschenwürde ist, Rassismus auf allen Ebenen, v.a. im Alltag, zu bekämpfen versucht und rassistische Haltungen und ihre Vertreter einfach verachtet, ist es ganz schön happig, wenn von den Eltern Sprüche wie "Naja, es wird wohl einen Grund geben, wieso Deutschland eine führende Wirtschaftsmacht ist, und das kannst du nicht nur historisch-soziologisch erklären, das hängt damit zusammen, dass Deutsche halt tüchtig und schlau sind" (Zitat sinngemäß) kommen.
Andererseits sind es eben auch Menschen, die a)für einen selbst verdammt viel getan haben und immer noch bereit wären, verdammt viel für einen zu tun, denen man dementsprechend zu Dankbarkeit verpflichtet ist und b) man in anderen Bereichen durchaus als moralisch integer kennen gelernt hat.
Das einzig logische, was mir einfällt, ist zu sagen: "Ich mag euch als Menschen, aber in dem Punkt ist eure Meinung übelste Scheiße." Das wird jedoch als persönlicher Angriff gewertet. Ich solle doch, wenn ich dazu eine andere Meinung habe, um den Familienfrieden willen die Klappe halten,
Und jetzt: moralisch-ethische Diskussion über das richtige Verhalten in einer solche Konstellation. Go!
Und zwar geht es mir um die Frage: "Wie geht man damit um, wenn enge Familienmitglieder (z.B. die Eltern) offensichtlich und z.T. auch extrem rassistische Positionen vertreten?"
Dass die Eltern - oder auch grundsätzlich andere Menschen, mit denen man zu tun hat - in vielen Fragestellung eine andere Meinung als man selbst haben, ist ja unvermeidbar. Finde ich persönlich auch gut und eine Bereicherung der Kommunikation. Aber wenn man überzeugter Anhänger der Position der Universalität der Menschenwürde ist, Rassismus auf allen Ebenen, v.a. im Alltag, zu bekämpfen versucht und rassistische Haltungen und ihre Vertreter einfach verachtet, ist es ganz schön happig, wenn von den Eltern Sprüche wie "Naja, es wird wohl einen Grund geben, wieso Deutschland eine führende Wirtschaftsmacht ist, und das kannst du nicht nur historisch-soziologisch erklären, das hängt damit zusammen, dass Deutsche halt tüchtig und schlau sind" (Zitat sinngemäß) kommen.
Andererseits sind es eben auch Menschen, die a)für einen selbst verdammt viel getan haben und immer noch bereit wären, verdammt viel für einen zu tun, denen man dementsprechend zu Dankbarkeit verpflichtet ist und b) man in anderen Bereichen durchaus als moralisch integer kennen gelernt hat.
Das einzig logische, was mir einfällt, ist zu sagen: "Ich mag euch als Menschen, aber in dem Punkt ist eure Meinung übelste Scheiße." Das wird jedoch als persönlicher Angriff gewertet. Ich solle doch, wenn ich dazu eine andere Meinung habe, um den Familienfrieden willen die Klappe halten,
Und jetzt: moralisch-ethische Diskussion über das richtige Verhalten in einer solche Konstellation. Go!
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Sonntag, 2. September 2012
Die Ästhetik von Unterholz
In Russland gibt es viel...
Natur. Doofe Aussage, allein schon weil der Begriff “Natur” so
herrlich flexibel ist, sodass ihn jeder gerade so verwendet, wie es
ihm passt. In Russland gibt es viel unbebaute Fläche, die mit
diverser Vegetation bewachsen ist. Und dazu muss man nicht einmal
nach Sibirien sehen, es reicht schon 20-30 km außerhalb von Moskau
zu fahren.
Und in Russland wird oft
sehr achtlos mit dieser “Natur” umgegangen. Müllkippen im Wald,
verdreckte Flüsse, zahlreiche Angler ohne Angelschein. So etwas ist
hässlich.
Aber manchmal braucht es
eben diesen achtlosen Umgang, damit “Natur” auch als solche
aussehen kann.
Zum Vergleich dazu
Deutschland (Disclaimer: wie ich es im Vergleich zu Russland sehe und
erlebe): auch in Deutschland, z.B. auch um Heidelberg herum, gibt es
unbebaute Flächen. Diese sind dann auch mit Vegetation bedeckt. Aber
diese sieht dann auch stets sehr gepflegt aus. Den Wäldern fehlt das
Unterholz, man kann nahezu problemlos zwischen den Bäumen
umherspazieren. Es gibt sinnvoll-seriöse Felder und es gibt
eitle-schönlinghafte Rasen, das wirre Kuddelmuddel einer Wiese (mit
zig verschiedenen Gräsern und Blumen und kleinen Sträuchern und
Mäusehöhlen) sucht man vergebens. Und mit dieser “Natur” geht
man auch mit großer Ehrfurcht um. Flussufer sind mit Mülleimern
gesäumt, durch den Wald führen ordentliche kleine Pfade, damit man
nicht wild rumtrampeln muss, an Feldwegen informieren Tafeln über
die hier vorzufindenden Vogelarten.
Versteht mich bitte nicht
falsch, ich will die Bedeutung des Umweltschutzes nicht herunterreden
und ihn auch nicht ins Lächerliche ziehen. Aber teilweise lässt er
“die Natur” derart aufgeräumt wirken, dass sie schon nicht mehr
authentisch sein kann, und teilweise kommt durch den respektvollen
Umgang mit ihr auch eine große Distanz daher.
Montag, 20. August 2012
Absichtserklärung oder freiwillige Selbstverpflichtung
Was sich dramatisch anhört, ist eigentlich ganz banal.
Draußen regnet es. Heftig. Dementsprechend kann ich weder Fahrrad fahren, noch querfeldein rennen gehen. Und auch das Verlangen, bei solchem Wetter in der Stadt spazieren zu gehen, hält sich sehr in Grenzen. Also sitze ich am Rechner.
Halte aber weiterhin an meiner Absicht, während ich in Russland bin, nicht über Russland zu bloggen fest. Möchte aber die Gelegenheit nutzen, um in einer kurzen Liste festzuhalten, worüber ich alles schreiben möchte, wenn ich wieder daheim in Heidelberg bin.
Die hat gleich drei Vorteile: erstens, vergesse ich so gute Ideen für schriftliche Betrachtungen nicht; zweiten, habe ich durch die "öffentliche" Ankündigung einen selbstdisziplinierenden Effekt und kann meine Schreibpläne aufgrund von Faulheit nicht dann doch verwerfen; drittens, kann ich vielleicht so etwas Spannung und Neugier bei meiner Leserschaft streuen.
Also, ich habe vor, im Zeitraum zwischen dem 28.08. und dem 02.09. zu schreiben über:
Draußen regnet es. Heftig. Dementsprechend kann ich weder Fahrrad fahren, noch querfeldein rennen gehen. Und auch das Verlangen, bei solchem Wetter in der Stadt spazieren zu gehen, hält sich sehr in Grenzen. Also sitze ich am Rechner.
Halte aber weiterhin an meiner Absicht, während ich in Russland bin, nicht über Russland zu bloggen fest. Möchte aber die Gelegenheit nutzen, um in einer kurzen Liste festzuhalten, worüber ich alles schreiben möchte, wenn ich wieder daheim in Heidelberg bin.
Die hat gleich drei Vorteile: erstens, vergesse ich so gute Ideen für schriftliche Betrachtungen nicht; zweiten, habe ich durch die "öffentliche" Ankündigung einen selbstdisziplinierenden Effekt und kann meine Schreibpläne aufgrund von Faulheit nicht dann doch verwerfen; drittens, kann ich vielleicht so etwas Spannung und Neugier bei meiner Leserschaft streuen.
Also, ich habe vor, im Zeitraum zwischen dem 28.08. und dem 02.09. zu schreiben über:
- ein paar Überlegungen zur russischen Politik (Stichworte: Opposition und Westen, Platten für die Bürgersteige, wieso Pussy Riot eine Ausnahme darstellen)
- russischer Patriotismus (und wieso er mE das Gegenteil von russischem Nationalismus ist, Bezüge zum 19. Jh)
- Natur (und wieso Umweltschutz sie manchmal auch hässlicher macht)
- das Phänomen КИНО
- Stadtleben (und wieso Heidelberg für mich keine Stadt ist)
Mittwoch, 15. August 2012
Bloggen aus Russland
Da fährt man nach Russland.
Und denkt sich:
a) dass man da ja ganz viele spannende Sachen erleben und faszinierende Erkenntnisse (da endlich mit dem notwendigen Abstand vom Alltag versehen) haben wird und dass man darüber ja wunderbare lange Blog-Posts schreiben und die Leser erfreuen kann
und
b) dass man ja nicht so lange da ist (2,5 Wochen) und man deshalb in dieser Zeit auch möglichst viel unternehmen soll, da man auch daheim in Heidelberg auf dem Sofa sitzen kann.
Das Doofe ist: ein konsequentes Ausführen von b) macht einen zu müde, um a) nachzukommen. Ein Ausbleiben von b) erfüllt einen wiederum mit so viel Frust, dass man gar nicht weiß, worüber man bloggen soll.
Dabei hätte ich - als "Betroffene" - sehr viel über Russland zu erzählen. Und wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Und wo die kleinen, aber feinen Unterschiede zu Deutschland liegen.
Aber - aktuell zu müde, zu viele Eindrücke, zu viele Widersprüchlichkeiten im Kopf.
Ich mache etwas radikal Subversives. Ich packe den Rechner weg und hole eine russische Sci-Fi-Literaturzeitschrift (ja, so etwas gibt es) raus und lese sie.
So long, suckers!
(Und werde dann nach Ende des Aufenthaltes hier versuchen, einige Impressionen in halbwegs hübsche Worte zu packen und hier einsehbar zu machen.)
Und denkt sich:
a) dass man da ja ganz viele spannende Sachen erleben und faszinierende Erkenntnisse (da endlich mit dem notwendigen Abstand vom Alltag versehen) haben wird und dass man darüber ja wunderbare lange Blog-Posts schreiben und die Leser erfreuen kann
und
b) dass man ja nicht so lange da ist (2,5 Wochen) und man deshalb in dieser Zeit auch möglichst viel unternehmen soll, da man auch daheim in Heidelberg auf dem Sofa sitzen kann.
Das Doofe ist: ein konsequentes Ausführen von b) macht einen zu müde, um a) nachzukommen. Ein Ausbleiben von b) erfüllt einen wiederum mit so viel Frust, dass man gar nicht weiß, worüber man bloggen soll.
Dabei hätte ich - als "Betroffene" - sehr viel über Russland zu erzählen. Und wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Und wo die kleinen, aber feinen Unterschiede zu Deutschland liegen.
Aber - aktuell zu müde, zu viele Eindrücke, zu viele Widersprüchlichkeiten im Kopf.
Ich mache etwas radikal Subversives. Ich packe den Rechner weg und hole eine russische Sci-Fi-Literaturzeitschrift (ja, so etwas gibt es) raus und lese sie.
So long, suckers!
(Und werde dann nach Ende des Aufenthaltes hier versuchen, einige Impressionen in halbwegs hübsche Worte zu packen und hier einsehbar zu machen.)
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Mittwoch, 6. Juni 2012
Welt-Grufti-Treffen
Ich nutze mal die Tatsache, dass sich mein Nachtdienst ruhig gestaltet(*touch wood*), und erzähle vom WGT. Weil es vieles zu erzählen gibt, mache ich es in semi-stichpunktartiger Form.
Bands
Einerseits gab es die, die ich schon vor dem WGT kannte, auf die ich mich wie ein kleines Kind gefreut hatte und die meine Vorfreude auch nicht im Geringsten enttäuscht haben. Diese wären:
Rahmenprogramm
Da gibt es als Höhepunkte zu nennen:
Kam auch dementsprechend so erholt und mit so vielen Schreibideen nach Heidelberg zurück. Und wurde etwas sehr vom Alltagstrott überfahren.
Bands
Einerseits gab es die, die ich schon vor dem WGT kannte, auf die ich mich wie ein kleines Kind gefreut hatte und die meine Vorfreude auch nicht im Geringsten enttäuscht haben. Diese wären:
- Henke (sprachlich und in der Bühnenpräsenz unheimlich intensiv)
- Fliehende Stürme (wunderbar ungesprächig ^^)
- Adversus (die wunderbar ernste Musik machten, sich selbst aber nicht zu ernst nahmen - und Rosendorn auch den Raum ließen, Kurzgeschichten-Exzerpte vorzutragen)
- Heppner (ja, etwas sentimentale Musik, aber ich stehe dazu)
- Arkona (fallen hier etwas aus der Reihe, sind aber (v.a. die Sängerin) abgegangen und haben das Publikum mit dieser Energie angesteckt)
- Traumtänzer (angenehme Musik, auch wenn die Texte teilweise recht unoriginell ausfallen)
- Rhombus (toller Goth Rock aus England - sehr zu empfehlen!)
- Genetiks (eine Mischung aus Wave und Hardcore, machten sich als "Vorband" zu den Fliehenden Stürmen sehr gut)
- The House of Usher (wieder einmal Goth Rock, aber melancholischer als Rhombus oder auch Sisters of Mercy; höre mich gerade durch die Diskographie)
- Qntal (die ich bisher komplett unterschätzt hatte; kamen im Centraltheater wunderschön zur Geltung)
Rahmenprogramm
Da gibt es als Höhepunkte zu nennen:
- Ausstellung zweier Künstler im Werk II - der eine Graphiker, mit sehr symbolträchtigen Bildern im Graphic novel-Stil, der andere stellte zahlreiche stark ins Bizarre gehende Plastiken aus Metall in allen denkbaren Formen aus
- Ausstellung von Stasi-Unterlagen zur Grufti-Szene in der DDR (allein wegen der Schreibweisen: "Gruftys", "Krufties" und "Goortiks" (sic!) sehenswert), wo auch ausschnittsweise der auch ansonsten sehr sehenswerte Defa-Film "Unsere Kinder" gezeigt wurde
- Stummfilm "Berlin - Sinfonie einer Großstadt", der in Bildgewalt und dem Arbeiten mit Symbolik die meisten heutigen Filme übertrifft, stilecht mit musikalischer Untermalung
- Vortrag "Genderrollen und Ästhetik in der Heavy Metal Szene" mit anschließender Diskussion. Der Vortrag war spannend, die Diskussionsbeiträge gingen in ihrer Qualität von "oh, eine interessante Sichtweise, muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen" zu "nicht im Ernst, oder?" (Stichwort: "als Frau will man ja einen männlichen Mann, also einen, der eine Waschmaschine reparieren kann")
- und natürlich: Benecke, der mal wieder durch seine quirlig-ADHSige Art einfach grandios war und nebst dem Darstellen eines wirklich spannenden Kriminalfalls noch Exkurse zu Themen wie "Gerechtigkeitsglaube" hinlegte
Kam auch dementsprechend so erholt und mit so vielen Schreibideen nach Heidelberg zurück. Und wurde etwas sehr vom Alltagstrott überfahren.
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Freitag, 27. April 2012
I have seen things...
... unspeakable things.
Oder: von einer, die auszog, um in Mosbach einen Slam zu besuchen.
Oder: von einer, die auszog, um in Mosbach einen Slam zu besuchen.
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Dienstag, 24. April 2012
Hofer Slam
Nun, ich berichte.
Letzten Freitag war Poetry Slam in Hof.
L. (einer der beiden Organisatoren, der eine Weile in Heidelberg gewohnt hat) hatte T. und mich, da er uns beide als Schreiberlinge mit Hang zur Selbstdarstellung kennen gelernt hatte, eingeladen.
To cut a long story short und mal ganz uncool und ohne Understatement: ich fand es toll.
Einerseits das Roadmovie-Gefühl, wenn man fünf Stunden in Bummelzügen erst durch den Odenwald, dann durch Bayern, pardon, Franken fährt. Umgeben von Rentnern auf Gruppenausflug, Nonnen (heilige Scheiße, waren viele Nonnen unterwegs), Odenwälder Bauern und Odenwälder Dorfcheckern, Studenten auf Heimreise, Studenten auf Camping-Ausflug. Begleitet von der treuen Lektüre (immer noch Prinzhorn) und Zitronenwaffeln, immer noch am neusten Text schreibend.
Andererseits die Möglichkeit nette und spannende Menschen wiederzutreffen und viele neue, interessante Menschen kennen zu lernen. Gespräche, die in der Themenwahl von Nutella (die, die da waren, wissen wovon ich rede) zum Übergang lebendig-tot variierten. Ein Publikum, das gebannt den Worten der Vortragenden lauscht und dann den Kontakt zu ihnen sucht. Und natürlich - Co-Slammer, die Texte vortragen, die einem Gänsehaut geben, die einen aufspringen wollen lassen. Die gleichzeitig ehrlich und schön sind, auch wenn zur Schönheit eine ehrliche Hässlichkeit gehört.
Und natürlich eine der bizarrsten After-Show-Parties.
Nach dem Mannheimer Horror-Slam (reine Comedy-Texte, die Witze allesamt so flach und uralt, dass Mittermeier im Vergleich dazu schon wie hohe Literatur wirkt) brauchte ich genau so etwas, um mir wieder Glauben an das Genre, an die Szene zu geben. So genug Pathor für einen Abend.
An der Stelle noch ein großes Danke an L. für die halsbrecherische "zum Bahnhof bring"-Aktion am Samstag.
Letzten Freitag war Poetry Slam in Hof.
L. (einer der beiden Organisatoren, der eine Weile in Heidelberg gewohnt hat) hatte T. und mich, da er uns beide als Schreiberlinge mit Hang zur Selbstdarstellung kennen gelernt hatte, eingeladen.
To cut a long story short und mal ganz uncool und ohne Understatement: ich fand es toll.
Einerseits das Roadmovie-Gefühl, wenn man fünf Stunden in Bummelzügen erst durch den Odenwald, dann durch Bayern, pardon, Franken fährt. Umgeben von Rentnern auf Gruppenausflug, Nonnen (heilige Scheiße, waren viele Nonnen unterwegs), Odenwälder Bauern und Odenwälder Dorfcheckern, Studenten auf Heimreise, Studenten auf Camping-Ausflug. Begleitet von der treuen Lektüre (immer noch Prinzhorn) und Zitronenwaffeln, immer noch am neusten Text schreibend.
Andererseits die Möglichkeit nette und spannende Menschen wiederzutreffen und viele neue, interessante Menschen kennen zu lernen. Gespräche, die in der Themenwahl von Nutella (die, die da waren, wissen wovon ich rede) zum Übergang lebendig-tot variierten. Ein Publikum, das gebannt den Worten der Vortragenden lauscht und dann den Kontakt zu ihnen sucht. Und natürlich - Co-Slammer, die Texte vortragen, die einem Gänsehaut geben, die einen aufspringen wollen lassen. Die gleichzeitig ehrlich und schön sind, auch wenn zur Schönheit eine ehrliche Hässlichkeit gehört.
Und natürlich eine der bizarrsten After-Show-Parties.
Nach dem Mannheimer Horror-Slam (reine Comedy-Texte, die Witze allesamt so flach und uralt, dass Mittermeier im Vergleich dazu schon wie hohe Literatur wirkt) brauchte ich genau so etwas, um mir wieder Glauben an das Genre, an die Szene zu geben. So genug Pathor für einen Abend.
An der Stelle noch ein großes Danke an L. für die halsbrecherische "zum Bahnhof bring"-Aktion am Samstag.
Samstag, 21. April 2012
Slam-Texte
Hier die beiden Texte, die ich in Hof geslammt habe. Für die, die es interessiert: das ist in etwa mein aktueller Schreibstil (beide Texte sind jünger als ein Monat).
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Hier könnte ein neuer Blogpost stehen
Eigentlich könnte ich hier meine Eindrücke vom Hofer Slam und dem Hof-Trip als solchem festhalten.
Aber das mache ich eher morgen oder Montag, wenn ich etwas mehr Abstand dazu und nicht das Gefühl habe, noch mittendrin zu sein.
Nur so viel dazu: ich bereue die 5 Stunden Bummelbahn-Fahrt nicht.
Aber das mache ich eher morgen oder Montag, wenn ich etwas mehr Abstand dazu und nicht das Gefühl habe, noch mittendrin zu sein.
Nur so viel dazu: ich bereue die 5 Stunden Bummelbahn-Fahrt nicht.
Dienstag, 22. Dezember 2009
Ab nach Moskau
So, in 2 Stunden fahr ich ganz dekadent (sprich: meine Eltern haben mich telefonisch dazu genötigt) mit dem Taxi zum Bahnhof, von da zum Flughafen und von da geht es ab nach Moskau.
Es ist doch ein seltsames Gefühl, wenn der Koffer schon gepackt ist, die Reisekleidung auf der Stuhllehne hängt und die Pässe in der Tasche verstaut sind, man selbst sitzt aber noch da, hört Musik und will einserseits nun endlich los, damit die Warterei aufhört, aber andererseits will man doch nicht fort.
So wie nach dem Abi - man darf und will endlich fort von der öden Schule und den ganzen Spießern, aber auf einmal fällt einem ein, dass man damit die öde Schule und die ganzen Spießer auch tatsächlich und endgültig hinter sich lässt (OMFG - ich muss schon tief gesunken sein, um die abgedroschene nach-Abi-Loslassen-können-Metapher zu bringen; zu meiner Verteidigung - es ist kurz vor 2 Uhr nachts).
Das Schneechaos hier in HD ist aber deutlich weniger schlimm, als ich es erwartet habe. Ganz ehrlich gesagt, habe ich das Gefühl, dass ein Großteil des "Winterchaos" von den ganzen Leuten, die über das Winterchaos jammern, verursacht ist.
Es ist doch ein seltsames Gefühl, wenn der Koffer schon gepackt ist, die Reisekleidung auf der Stuhllehne hängt und die Pässe in der Tasche verstaut sind, man selbst sitzt aber noch da, hört Musik und will einserseits nun endlich los, damit die Warterei aufhört, aber andererseits will man doch nicht fort.
So wie nach dem Abi - man darf und will endlich fort von der öden Schule und den ganzen Spießern, aber auf einmal fällt einem ein, dass man damit die öde Schule und die ganzen Spießer auch tatsächlich und endgültig hinter sich lässt (OMFG - ich muss schon tief gesunken sein, um die abgedroschene nach-Abi-Loslassen-können-Metapher zu bringen; zu meiner Verteidigung - es ist kurz vor 2 Uhr nachts).
Das Schneechaos hier in HD ist aber deutlich weniger schlimm, als ich es erwartet habe. Ganz ehrlich gesagt, habe ich das Gefühl, dass ein Großteil des "Winterchaos" von den ganzen Leuten, die über das Winterchaos jammern, verursacht ist.
Samstag, 10. Oktober 2009
Kurz vor Abfahrt
In ner Stunde fährt unser Zug nach Deutschland (ok, um genauer zu sein - unsere Züge, lustiges Umsteigen angesagt).
Heute verzichte ich auf das übliche Been-there-done-that, aber einen Eindruck will ich doch noch loswerden.
Und zwar - wir saßen auf irgendwelchen Stufen vor einer Don Quichote Statue in Bahnhofsnähe, ich rauchte gemütlich eine und auf einmal läuft eine Gruppe Punks zusammen mit einem Skin vorbei. Der Skin bleibt stehen, läuft zu uns rüber und fragt, ob wir aus England sind. Danach haben wir ca. 10 Minuten lustig geschwätzt und das Angebot bekommen, mal mit ihnen zu saufen und über Punkkonzerte der Region auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Doch, das ist das, was ich an Punks und Skins mag - welche andere Subkultur hätte auf 2 irgendwo herumsitzende Menschen so freundlich reagiert?
Heute verzichte ich auf das übliche Been-there-done-that, aber einen Eindruck will ich doch noch loswerden.
Und zwar - wir saßen auf irgendwelchen Stufen vor einer Don Quichote Statue in Bahnhofsnähe, ich rauchte gemütlich eine und auf einmal läuft eine Gruppe Punks zusammen mit einem Skin vorbei. Der Skin bleibt stehen, läuft zu uns rüber und fragt, ob wir aus England sind. Danach haben wir ca. 10 Minuten lustig geschwätzt und das Angebot bekommen, mal mit ihnen zu saufen und über Punkkonzerte der Region auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Doch, das ist das, was ich an Punks und Skins mag - welche andere Subkultur hätte auf 2 irgendwo herumsitzende Menschen so freundlich reagiert?
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Brüssel wie man's sich vorstellt
So. It's official - heute bin ich aufs Bilderbuch-Brüssel gestoßen.
Das EU-Viertel gibts tatsächlich. Und es ist auch wirklich groß, gläsern und von Anzugträgern bevölkert. Und neben dem größten und glänzendsten Gebäude ist eine große Baustelle mit viel Schutt und Dreck und dahinter sieht man schöne kleine Häuser und eine alte verschnörkelte Kirche. Ich fand dieses Bild auf jeden Fall ein schönes Statement - auch wenn ich nicht genau weiß wofür. Aber im Großen und Ganzen gibts in Brüssel genug Futurismus - spätestens wenn man im Atomium drin war, weiß man das.
Die königliche Familie gibt es auch. Nachdem wir den ganzen Nachmittag an diversen Palästen und Ehren-Parks vorbeigelaufen waren, standen wir vor einer polizeilichen Absperrung, weil König und Queen sich mit einer chinesischen Delegation auf ein Schwätzchen trafen.
Das EU-Viertel gibts tatsächlich. Und es ist auch wirklich groß, gläsern und von Anzugträgern bevölkert. Und neben dem größten und glänzendsten Gebäude ist eine große Baustelle mit viel Schutt und Dreck und dahinter sieht man schöne kleine Häuser und eine alte verschnörkelte Kirche. Ich fand dieses Bild auf jeden Fall ein schönes Statement - auch wenn ich nicht genau weiß wofür. Aber im Großen und Ganzen gibts in Brüssel genug Futurismus - spätestens wenn man im Atomium drin war, weiß man das.
Die königliche Familie gibt es auch. Nachdem wir den ganzen Nachmittag an diversen Palästen und Ehren-Parks vorbeigelaufen waren, standen wir vor einer polizeilichen Absperrung, weil König und Queen sich mit einer chinesischen Delegation auf ein Schwätzchen trafen.
Die Urlaubsportion Kultur
Ok, zuallererst die Entdeckungen des 2. Tags in Belgien.
a) In Belgien gibt es Sonne - ich hab sie ganze 15 Minuten gesehen.
b) In Belgien gibt es Punks und Goths, man muss nur lang genug suchen.
Die Höhepunkte des Tages lassen sich schön auf den Punkt bringen: belgischer Surrealismus (René Magritte: Ceci n'est pas une pipe) und Hieronymus Bosch. Ansonsten habe ich noch etwas fürs Leben gelernt: man kann nur so viele Bilder mit dem gleichen Motiv anschauen, dann kommt der sensorische Overload. Und die meisten Bilder im Belgischen Kunstmuseum lassen sich nun mal auf 4 Motive reduzieren: Baby Jesus, angeblich schöne Bäume in der linken Ecke einer Landschaft, viel-viel Essen in verschiedenen Stufen der Zubereitung und "Bonzen aus verschiedenen Jahrhunderten üben verschiedene Gesichtsausdrücke".
Und der WLAN-Zugang in der Jugendherberge scheint nur auf die normalen Wachzeiten reduziert zu sein - deshalb werd ich diesen Post erst morgen früh online stellen können. Aber glaubt es mir, liebe Leser, ich tippe diesen Post (vorerst als txt) tatsächlich kurz vor 12 unter Einfluss von reichlich belegischem Bier.

a) In Belgien gibt es Sonne - ich hab sie ganze 15 Minuten gesehen.
b) In Belgien gibt es Punks und Goths, man muss nur lang genug suchen.
Die Höhepunkte des Tages lassen sich schön auf den Punkt bringen: belgischer Surrealismus (René Magritte: Ceci n'est pas une pipe) und Hieronymus Bosch. Ansonsten habe ich noch etwas fürs Leben gelernt: man kann nur so viele Bilder mit dem gleichen Motiv anschauen, dann kommt der sensorische Overload. Und die meisten Bilder im Belgischen Kunstmuseum lassen sich nun mal auf 4 Motive reduzieren: Baby Jesus, angeblich schöne Bäume in der linken Ecke einer Landschaft, viel-viel Essen in verschiedenen Stufen der Zubereitung und "Bonzen aus verschiedenen Jahrhunderten üben verschiedene Gesichtsausdrücke".
Und der WLAN-Zugang in der Jugendherberge scheint nur auf die normalen Wachzeiten reduziert zu sein - deshalb werd ich diesen Post erst morgen früh online stellen können. Aber glaubt es mir, liebe Leser, ich tippe diesen Post (vorerst als txt) tatsächlich kurz vor 12 unter Einfluss von reichlich belegischem Bier.

Dienstag, 6. Oktober 2009
In Belgien regnet es
Das Aufstehen um 6 Uhr früh nach stolzen 2 Stunden Schlaf und die 4 Stunden Zugfahrt sind erfolgreich überlebt.
Mein erster Eindruck von Belgien: es ist sehr nass. Dauerregen mit schwankender Stärke, auf die man bald sowieso nicht mehr achtet.
Ansonsten - ich hatte mir Brüssel als so eine Art Heidelberg mit mehr Glashochhäusern vorgestellt. Ich lag daneben. Die Altstadt-Häuser sehen älter aus, die Kirchen sind gotischer (gerade so ein Exemplar schaut grad zu mir ins Fenster hinein) - vor allem aber sind so viele Ecken (Bahnhof, ärmere Viertel) so unglaublich schäbig und heruntergekommen, aber dabei trotzdem irgendwie wunderschön - nichts von den klinischen Edelstahl-Glas-Bauten, die man von Bildern sonst kennt. Man kriegt richtig Lust einen schönen Steampunk-Film zu drehen.
Zu meiner großen Freude musste ich nicht mal erst ein Starbucks suchen - es gibt an der Jugendherberge kostenloses WLAN.
Dann mache ich mich ans Surfen, um meine großen Pläne für morgen zu schmieden.
Mein erster Eindruck von Belgien: es ist sehr nass. Dauerregen mit schwankender Stärke, auf die man bald sowieso nicht mehr achtet.
Ansonsten - ich hatte mir Brüssel als so eine Art Heidelberg mit mehr Glashochhäusern vorgestellt. Ich lag daneben. Die Altstadt-Häuser sehen älter aus, die Kirchen sind gotischer (gerade so ein Exemplar schaut grad zu mir ins Fenster hinein) - vor allem aber sind so viele Ecken (Bahnhof, ärmere Viertel) so unglaublich schäbig und heruntergekommen, aber dabei trotzdem irgendwie wunderschön - nichts von den klinischen Edelstahl-Glas-Bauten, die man von Bildern sonst kennt. Man kriegt richtig Lust einen schönen Steampunk-Film zu drehen.
Zu meiner großen Freude musste ich nicht mal erst ein Starbucks suchen - es gibt an der Jugendherberge kostenloses WLAN.
Dann mache ich mich ans Surfen, um meine großen Pläne für morgen zu schmieden.
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