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Samstag, 16. April 2016

Vertrieben aus dem Nimmerland

Meine aktuellen Überlegungen zum Thema "erwachsen werden" und Resignation. Ein fiktiver Brief an J., der sich jedoch nicht an ihn richtet, sondern den Menschen, die mir jetzt nahe stehen, erklären soll, was in mir vorgeht.

Montag, 19. Oktober 2015

Schuld - und Sühne?

Am 17.10. hatte ich die tolle Gelegenheit, mir das aktuellst Stück der Performance Gruppe-RAMPIG anzusehen. Sie haben sich mal wieder selbst übertroffen. Mit "Schuld (und Sühne)" haben sie eine intensive und atemraubende Produktion entwickelt. Eine Performance, die nur von eleganten, geschickten, witzigen, verstörenden, subtilen Querverweisen auf "Schuld und Sühne" (bzw. "Verbrechen und Strafe") von Dostojewski - aber auch auf andere Werke von Dostojewski, sowie vieles andere aus der russischen und sowjetischen (Pop-)Kultur - wimmelt.
Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, dazu etwas zu schreiben. Und, wie schon zu Permafrost, gibt es wieder zwei Rezensionen. Eine - eher im journalistisch-publizistischen Stil (die ihr hier findet), eine - eher als persönlicher, pseudoliterarischer Antworttext (kommt noch).

Mein Henker und ich - jenseits von Illusionen

Die Performance findet auf dem verlassenen Kasernengelände des Benjamin-Franklin-Village statt, in einer Geisterstadt am Waldrand. Wir versammeln uns am Tor – 8 Menschen, von denen sich die meisten untereinander nicht kennen. Eine Schicksalsgemeinschaft irgendwie. Ein kleiner Bus holt uns ab. Der Fahrer spricht nicht mit uns, antwortet auf Fragen nur in knappen Sätzen auf Russisch. Es dröhnt unangenehm laut schlechter russischer Techno. Party-Stimmung will allerdings nicht einsetzen. Zu unbehaglich ist es auf dieser Fahrt ins Ungewisse. Die Videoaufnahmen von Wald und Natur, die auf einem Bildschirm im Bus laufen, wirken auch nicht Ruhe stiftend, sondern bedrohlich. Ein Käfer zappelt hilflos auf dem Rücken. Ein Schuh zerquetscht einen Frosch und der Rückwärtsgang des Videos versucht vergebens es wieder ungeschehen zu machen. Wir kommen an. Eine verstört und zerzaust aussehende Frau rennt neben dem Bus her, schreit, haut gegen die Scheiben. Sie ist es auch dann, die kurze Zeit später die einleitenden Worte zur anstehenden Reise ins Gebäudeinnere an uns richtet. Wie eine Begrüßung fühlt es sich nicht an. Der Ratschlag, der sich für mich am meisten bewährt hat, war: „Lasse alle Illusionen zurück.“ Wer sich an Illusionen klammernd in den ehemaligen Supermarkt begibt, den die RAMPIGs für diese Performance bezogen hatten, wird nur noch mehr verletzt werden, wenn sie dann mit großer Wucht zerschlagen werden und unwiederbringlich zerbersten. Wie durch eine Axt.

Drinnen wandern wir als kleine Zuschauer*innen-Gruppe von Raum zu Raum, immer wieder gelockt (oder vielleicht auch verlockt?) von den Performer*innen. Dunkel sind die Gänge, mit vielen verwinkelten Nebenfluren, die schiere Anzahl der Türen verdeutlicht, wie leicht es ist, sich hier zu verirren. Ohne die Performer*innen, die uns immer wieder die Richtung weisen, wären wir hier wohl verloren. Rasch setzt sich ihnen gegenüber ein Gefühl der Abhängigkeit ein, des Ausgeliefert-Seins. Teilweise auch eins der Angst. Zum Beispiel wenn ein Mann mit Wahnsinn im Blick von einem Ritual erzählt, bei dem sich Männer mit Messern in Trance tanzen, bis einer sich als Opfer erweist und kollektiv ermordet wird. Seine Stimme wechselt – völlig unberechenbar – zwischen aufgebrauchtem Blutrausch und schüchtern-verharmlosenden Ausführungen. Dabei lässt er auf dem Tisch ein Messer kreisen, zeigt abwechselnd auf uns, ist auf der Suche nach dem Opfer in unserer Gruppe. Teilweise auch ein Gefühl des Mitleids. Zum Beispiel wenn ein zierliches Mädchen vor unseren Augen zitternd mit weit aufgerissenen Augen zusammenkauert, immer wieder angespannt hysterisch kichernd. Uns dann mit kindlicher Verzweiflung ein großes Einmachglas mit toten Mäusebabys entgegenstreckt und dann ganz in sich vertieft es streichelt.

Alle Räume sind mit Schuld erfüllt. Es ist schwer zu sagen, ob sie in der Luft hängt wie gelber Nebel oder an der Haut aller, die sich hier bewegen, klebt wie Spinnweben. In jedem Raum offenbart sich ein neues Gesicht der Schuld. Wahnsinn, der Menschen von innen aushöhlt. Unterwerfung bis zur Selbstverleugnung, bis man statt eines Menschen eine schlaffe Stoffpuppe mit leeren Augen vor sich sieht. Gewalt, ohne erkennbaren Grund. Mord. Körperlichkeit und Sexualität, denen jegliche Sinnlichkeit fehlt, sondern nur eine abstoßende Krudheit anhaftet. Verwesung, die nichts verschont. Verrat und Enttäuschung – der Familie, der eigenen Prinzipien. Einsamkeit.

Und noch zermürbender und bedrückender als die Schuld selbst, sind die verzweifelten Bemühungen, sie zu tilgen, die rastlose Jagd nach Vergebung. Sie sind alle vergeblich. Strafe gibt es zu genüge an diesem Ort. Sühne nicht. Denn wie will man sich denn vom Blut reinwaschen, wenn das Wasser schon tiefrot ist? Wie zur Erkenntnis gelangen, wenn die Äpfel zu Evas Füßen alle längst verdorben sind? Die Schuld lässt sich auch nicht leugnen. Egal wie angestrengt die junge Frau ein Kinderlied von Liebe und happy family singt, es entgleist zu einem verzweifelten Kreischen und der einsamen Gefangenschaft in einem leeren, fensterlosen Raum. Immer und immer wieder versuchen die Performer*innen sich selbst zu Auserwählten zu küren. Auserwählten, denen es zusteht, Richter und Henker zu sein. Doch dann scheitern sie an dieser Aufgabe. Zögern zu lange, erstarren immer wieder in hilflos-verzweifelter Regungslosigkeit. Versuchen fortzurennen, kriegen aber die Füße nicht vom Boden. Und werden unausweichlich von der Schuld eingeholt. Der Versuch, die Unterdrücker anzuspucken, scheitert immer wieder. Nach oben lässt sich eben schlecht spucken.

Viele, viele Räume. Unzählige Facetten der Schuld – verwinkelt und düster und verschachtelt wie der Raum selbst. Was sich jedoch nach einem Gang durch ein Museum oder Gruselkabinett anhört, erweist sich für uns Zuschauer*innen viel eher als Herausforderung, sich den Weg durch das Labyrinth zu bahnen, ohne sich dabei zu verlieren. Ein Labyrinth, das aller Bizarrheit zum Trotz bedrückend realitätsnah ist. Zuschauer*innen ist da auch bei näherer Betrachtung das falsche Wort. Wir schauen nicht nur zu, wir sind Teil der Szenen, die sich hier entfalten. Und werden dadurch zu Mittäter*innen, laden die Schuld des tatenlosen Zusehens, des Nicht-Eingreifens auf uns. Die Versuchung ist manchmal groß, zu trösten, vor Gewalt zu beschützen. Aber zu groß ist die Unsicherheit, die Unterwerfung gegenüber der Maschinerie dieses Mikrouniversums. Und haben wir zu Beginn nicht alle einen Bissen von der Henkersmahlzeit eines Serienmörders gegessen und uns damit einen Teil seiner Schuld wortwörtlich einverleibt? Nein, auch vor dieser Erkenntnis gibt es kein Entrinnen: schuldig sind wir alle. Das böse Prinzip tragen wir alle in uns.

Das Labyrinth entpuppt sich als das Ablaufen eines Lebenslaufs. Rückwärts, von Ende bis Anfang. Von der Hinrichtung – wohl die einzige Methode, die Schuld enden zu lassen – bis zur Geburt erforschen wir ein Leben, auf der Suche nach dem Punkt, an dem die Schuld begonnen hat. Wir finden ihn nicht. Die Schuld erstreckt sich durch das gesamte Leben. Sie fängt damit an, dass wir uns nicht an der Nabelschnur entlang zurück in den Mutterschoß gehangelt haben. Diese Chance verpasst habend, sind wir nun in dieser unwirtlichen Welt, ausgeliefert und einsam. Einsamkeit durchzieht hier alles. Es gibt keinerlei positive Interaktionen zwischen den Performer*innen. In der Schuld und im Schmerz ist sich jede*r selbst am nächsten. Andere Menschen und das Umfeld sind stets bei dem beteiligt, was eine*n zum Verbrechen getrieben hat. Mit der Schuld bleibt man jedoch alleine. Und so kommt es auch, dass man in den vorgetragenen Texten immer wieder Henkern begegnet, Hinrichtungen allgegenwärtig sind, man aber seinen eigenen Henker nie sieht. Außer beim Blick in den Spiegel. Ist nicht der am schwersten zu ertragende Anblick, der ins eigene Gesicht, die eigentliche Hinrichtung?

Das Verlassen des Labyrinths fühlt sich befreien an. Aber die nagende Leere und die drückende Schuld lassen sich nicht abstreifen. Es tat gut noch eine Weile in der Bar mit anderen Zuschauer*innen und Menschen vom Ensemble zu reden. Dem einsamen Rückweg durch das kalt-herbstliche, dunkle Gelände der toten Kaserne fühlte ich mich vorerst nicht gewachsen. Zu sehr spiegelte die Umgebung meine Gefühle von der Performance wider.

Mittwoch, 9. April 2014

Dann mal... Pseudoliterarische Gehversuche

Es fing an mit einer Idee an, die ich eigentlich auch in einen einzelnen Satz hätte packen können.

"Ich gehe gerade vor die Hunde; würden jetzt nicht selbst die Hunde vor mir weglaufen."

Und daraus wurde ein Text:

Montag, 17. März 2014

To post or not to post?

Soll ich hier (wieder) den einen oder anderen pseudoliterarischen Gehversuch von mir reinpacken oder nicht?

Meinungen?

Nachtrag:  Die Frage war schon ernst gemeint. Kommentare mit euren Meinungen dazu (mit anderen Worten: wollt ihr den Scheiß lesen oder nicht? ^^) sind explizit erwünscht.

Montag, 24. Februar 2014

Erfrierungswunden

[wirrer Text zu meinen Eindrücken von Permafrost noch in der Mache; wird bald hier hochgestellt ist nun entstanden; erscheint mir ungelungen, wird aber der Vollständigkeit halber reingestellt: soll's auch eine Art Dokument des Scheiterns sein]

Der Welt ent-rückt. Ruckelndes Stakkato-Staunen, interpunktiert von Verloren-Sein. Neben sich stehen, inmitten von anderen.

Andere. Wer ist wer, hinter wem kann ich mich verstecken, wer kommt gleich auf mich zu. Mit einer Aufforderung, Ansprache, Sprache, Handlung. Blick. Wie viel ist Rolle, was ist Sein. Ontologische Überlegungen zur Reihenfolge von Rolle und Sein versinken in der Stille einer schmerzhaften Pause.
Will ich mich verstecken? Und hinter was - Menschen, Museumsmumienmöbeln, Masken? Alternative zum Verstecken ist die Reaktion. Reagieren regiert unser Handeln. Und Nichthandeln ist die schwierigste Reaktion, da ohne Aktion nur ein zitterndes Re übrigbleibt. Nicht-nicht-Kommunizieren. Halt die Fresse, Watzlawick!

Kristallines Panorama. Unpassende Puzzlestücke ergeben ein treffendes Bild. Eigene Zerrfratze im bewegten Spiegel. Ätzender Ekel lädt zum Sich-Auflösen ein. Wegsehen wollen stärkt nur die Präsenz der Bilder.

Surrealität im Hier und Jetzt. Das "Kann es sein?" ohfeigt mit einem "Ja". Wortbilder lachen dich für jeden Gedanken und jede Pose aus.
Ich glaube, ich schweige jetzt.

Montag, 8. April 2013

Pseudoliterarische Ergüsse. Die dritte. Jetzt neu, mit Sonderzeichen


W-ort. W-ortwechsel. Wir(klich)?
Kon(tra)takt. Blick-Kippen-K(l)ippe.
Freie Fallen. Hä?Endedruck.
Ge(h!)danke. An.Aus.An.Aus.strecken.
Re-flexion (ungebeugt; beäugt?).
A[tem]po. Im-Puls.
Einöde, Zweiöde. All.ein.öde.
Viel?leicht? Weh-nicht.

Pseudoliterarisches aus der Tiefkühltruhe (Teil 2)


Wie? So:
Den Feuerball am geistlosen Horizont umarmen,
Tanzschritte auf Glatteis-Nebel wagen.
Sich mit Mottenflügelschlägen zur Wehr setzen
gegen alle Einwände der reinen Vernunft.
Die Nacht zum Feindfreund machen,
weil im Dunkeln das Licht lauter lockt.
Als zusammengestaucht-synkopiertes Rhythmusknäuel
den Puls der Zeitphantasie verdichten,
fließend die Sprache des Blutes sprechen.
In Zimmerwürfeln eingesperrte Nachtluft
zum weiten Heimflug ohne Ziel frei lassen
und sich selbst in warmen Melodieströmen auflösen,
als Bewusstseinsbläschen durchs Wasser schwirrend.
Mit zahmen Raubtieraugen und Hunger in der Brust
ein Beuteleben vorbeiziehen lassen, es mit
weichen Fingespitzen zum Aschied streicheln
und rotklaffende Flussbetten hinterlassen.
In die Morgenfinsterniss hineinrennen,
weil man in der kalten Luft das Erwachen schon riecht.
Der Zukunft tröstend ihre Endlichkeit vorhalten,
mit endlich entspannten Lippen durch ein Lächeln hindurch
Worte küssend in die Welt entlassen,
wie Luftballons am flatternden Strick der Erinnerung.
Seine Emotionen sich sammeln lassen, zu einem Tornado,
und auf seinem Rücken durchs Leben reiten,
stets im Auge des Sturms, um freie Sicht zu haben.
Wahrheit in Menschen suchen, nicht ihren Worten.
Wahr? Um zu leben.

Pseudoliterarische Ergüsse (wiederaufgewärmt)


Wie sind wir hergekommen,
den Weg bereits vorweggenommen,
uns verlaufen wollen in
einer Welt, die wir zu gut kennen.
Ungeschriebene Briefe zerrissen,
nie gekannte Menschen vermisst und
auf der Flucht vor dem nächsten Tag
die Uhr angestarrt.

Schwerelos ins Blaue gesprungen
in der Hoffnung auf Bewegung und Schwung,
doch erst ohne Schwingen lernt man
den Unterschied zwischen Fliegen und Schweben.

Die Realität als Konstrukt verlacht und
doch wieder auf der Suche nach einem Dach,
weil es sich auf verbrannter Erde zwar
gut tanzen, aber schlecht schlafen lässt.
Der Welt einen neuen Klang gegeben,
aus Wortwünschen gewoben im Rahmen des Lebens,
die Fäden in der Hand stehen wir nun gebannt
und suchen die passende Frage.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Moskau

Moskau ist für mich: in einem ruhigen Hinterhof stehen, der wie ein Paralleluniversum zu der Hektik der Großstadt wirkt, und zuschauen, wie Menschen Schnee von den verwinkelten Dächern der großen (mit 5-6 separaten Eingängen versehenen) 5-stöckigen Häuser runterschippen.

Freitag, 24. August 2012

Selbst-verständnis


Konzeptumzingelte Wesen,
mit Worten das Weite suchend,
eine Weite, an die die Erinnerung glüht,
ohne sie je gekannt zu haben.
In geistigen Gewächshäusern geboren,
auf Durchreise im Leben,
mit Hausschuhen durch die Welt ziehen:
mit Selbsttäuschung das Schicksal überreden
wollen, als könnte man doch ankommen.

Kontextualität atmend und
Langeweile essend, Verlangen verlangend,
die eigene Libido als letzter Trumpf
in einem überreizten Spiel.
Die ehrliche Konsumkritik im Kopf
nur mit Selbstironie zu ertragen,
da als Idee längst vom Sockel geglitten.
Zerfallsgeschwindigkeit von Idealen steigt exponentiell,
Ernsthaftigkeit verliert durch Inflation an sich selbst.
Begraben unter einem Tsunami
von Querverweisen und Parallelen,
Banalität überdauert Bedeutung.
Vor Posen fauchend zurückschrecken,
nur um in Anti-Posen zu erstarren.
Von “Sei natürlich”-Paradoxien paralysiert.
Der Wunsch nach Rückvereinfachung
symptomatisch für die Unfähigkeit dazu.
Verloren-verkopfte Surrealität.

Ehrliche Gefühle bleiben eine Utopie,
wenn man keinen Glauben hat, den
man ihnen schenken könnte,
so sehr man es möchte.
Emotion in Abwesenheit einer absoluten Wahrheit
kann einen noch so sehr verzehren,
transzendiert doch nie den Stempel der Illusion.
Alle Karten auf den Tisch geknallt
werden Fährten des falschen Verständnisses verlockender
und die Deckung bleibt so hoch wie nie.

Wir sind alle so meta.
Um wenigstens zu sein.

Montag, 20. August 2012

Deutschunterricht

Ich bin dafür, dass man eine Sache in den Lehrplan des Deutschunterrichtes aufnimmt.
Und zwar dass man ab der 1. bis zu 12. (oder 13.) Klasse in jeder Stunde den Schülern diesen Satz um die Ohren haut: "Der Erzähler, der Protagonist oder das lyrische Ich ist nicht mit dem Autor identisch!" (in den jüngeren Klassen selbstverständlich an das Sprachniveau angepasst).

Freitag, 6. Juli 2012

Lyrik, die Zweite


Ein etwas aktuellerer Text:

Ich bin mal wieder etwas Urheber


Da ich lange nichts Schreiberisches von mir hier gepostet habe, gibt es jetzt mal wieder etwas.
Diese Einheit Lyrik (das Wort "Gedicht" widerstrebt mir manchmal) entstand vor ziemlich genau zwei Jahren und ist einer meiner persönlichsten Texte.
Und da ich mich mal wieder als Kanzerogen fühle, habe ich mich an seine Existenz erinnert.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Some faith in humanity has been restored

Ich sitze gestern Abend/Nacht auf einer Brücke (Schotterweg über eine Bahntrasse), höre Musik, schreibe und rauche.
Hinter mir läuft telephonierenderweise ein Kerl vorbei. Typus Checker.

Sonntag, 1. Juli 2012

Manche Abende

Erst Poetry Slam gucken und das letzte Stückchen Vertrauen darin verlieren, in meiner Generation noch literarische (oder anderweitige) Gleichgesinnte zu finden.

Dann der apokalyptischen Gewittersymphonie lauschen, die Lichteffekte genießen und den Regen einen Wasserfilm auf meiner Haut bilden lassen. Und das Spektakel dirigieren.

Freitag, 8. Juni 2012

Lesung

Ich drücke es mal in einem Haiku aus.

Schlechte Lyrik schmeckt
nach altem Kaugummi und
billigem Parfüm.

Und die Haiku-Form dient parodistischen Zwecken.

Meine Fresse, warum?
Bin ich der einzige Mensch, der nicht versteht, wie man Literatur mit abgestandenen Metaphern, geheuchelter Betroffenheit und gekünstelt-verträumten Verliebtheits-Beschreibungen toll finden kann?

Montag, 7. Mai 2012

Umgang mit Kritik

Boah, Mann, ich überrasche mich selbst.
Ich nehme Abweisungen von Literaturzeitschriften und Slam-Bühnen nicht als Anlass zur schreiberischen Resignation, sondern als Ansporn meinen Stil weiterzuentwickeln und besser zu schreiben.
Ob es was bringt, ist natürlich eine ganz andere Kiste, aber einen so konstruktiven Umgang mit Kritik und Ablehnung hätte ich mir selbst nicht zugetraut.
*in Selbstzufriedenheit suhl*

Freitag, 27. April 2012

I have seen things...

... unspeakable things.
Oder: von einer, die auszog, um in Mosbach einen Slam zu besuchen.

Donnerstag, 26. April 2012

Provokation

Text für den Slam in Mosbach ist fast fertig.

Hintergrundinfo: der erste Mosbacher Poetry Slam wird am Donnerstag (also morgen, das heißt heute, das heißt...) vom Jugendgemeinderat Mosbach organisiert. Und so wie ich den Odenwald kenne, wird der Jugendgemeinderat dort zu großen Teilen aus JU-Mitgliedern oder auf jeden Fall Menschen aus CDU-nahen Kreisen bestehen.

Und deshalb gibt es morgen (also heute, also Donnerstag) einen politisch-gesellschaftskritischen Text geben, auch wenn es sonst bei Lyrik nicht so meine Art ist.

Let's see if I can get away with it...