Samstag, 7. Juli 2012

Blut sehen

Manchmal verwundere ich mich selbst.
Ich habe schon in der Notaufnahme gearbeitet und bei Operationen zugesehen und assistiert. Die Gesamtmenge an Blut, die ich Patienten abgenommen habe, beträgt sicher schon mehrere Liter.
Aber wenn ich die Beschreibung einer Folterszene lese, bei der dem Protagonisten die Nase gebrochen wird, wird mir von den Ausführungen zu seinem Nasenbluten schwummrig und mein Kreislauf verabschiedet sich endgültig.

Freitag, 6. Juli 2012

Lyrik, die Zweite


Ein etwas aktuellerer Text:

Ich bin mal wieder etwas Urheber


Da ich lange nichts Schreiberisches von mir hier gepostet habe, gibt es jetzt mal wieder etwas.
Diese Einheit Lyrik (das Wort "Gedicht" widerstrebt mir manchmal) entstand vor ziemlich genau zwei Jahren und ist einer meiner persönlichsten Texte.
Und da ich mich mal wieder als Kanzerogen fühle, habe ich mich an seine Existenz erinnert.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Some faith in humanity has been restored

Ich sitze gestern Abend/Nacht auf einer Brücke (Schotterweg über eine Bahntrasse), höre Musik, schreibe und rauche.
Hinter mir läuft telephonierenderweise ein Kerl vorbei. Typus Checker.

Montag, 2. Juli 2012

Sinnfragen sinnlos

Da hat Gianni Vattimo einige sehr wahre Worte gesprochen:
"Nach dem Ende der großen Erzählungen über Sinn des Lebens und Ziel der Geschichte besteht die Funktion der Philosophie nicht mehr darin, den Menschen zu zeigen, wohin sie unterwegs sind, sondern wie man unter der Bedingung lebt, nirgendwohin unterwegs zu sein."
(raubmordkopiert von http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/immer-schon-busy)

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich die transzendentale Obdachlosigkeit nicht als befreiend, sonder als bedrückend erlebe.

Sonntag, 1. Juli 2012

Begegnungen

Man würde meinen, dass wenn man einen Menschen in einer Nische ca. 6 Meter über dem Boden unter einer Brücke sitzen und Musik hören sieht, man sich denken kann, dass dieser Mensch gerade alleine gelassen werden möchte.
Aber nein, stattdessen bekam ich heute die wohl schlechteste Anmache meines Lebens.
"Soll ich hochkommen?"
Ich: "Äh, nee, lass mal."
"Hast du 'nen Becher? Ich hab' nämlich eine Flasche Mineralwasser."

Manche Abende

Erst Poetry Slam gucken und das letzte Stückchen Vertrauen darin verlieren, in meiner Generation noch literarische (oder anderweitige) Gleichgesinnte zu finden.

Dann der apokalyptischen Gewittersymphonie lauschen, die Lichteffekte genießen und den Regen einen Wasserfilm auf meiner Haut bilden lassen. Und das Spektakel dirigieren.